Europa ohne Schlagbaum ist ein Kunst- und Musikprojekt, welches sich mit künstlerischen Mitteln für eine friedliche und gemeinsame Gestaltung Europas einsetzt. Die Premiere war im Mai 2018 in der Kamener Stadthalle.
Aufruf
Die Frage der gemeinsamen Gestaltung Europas gewinnt zunehmend an Bedeutung. Nationale Bewegungen in Europa spielen dabei ebenso eine
Rolle wie das internationale Kräftespiel der Großmächte.
Es lässt sich in zunehmendem Maße eine Rückbesinnung vieler Parteien und Regierungen auf nationale Einzelinteressen beobachten. Ein solches kurzsichtiges und
eigennütziges Handeln steht jedoch einer Lösung der entscheidenden Fragen entgegen, welche nur gemeinsam beantwortet werden können.
Die Voraussetzung für jede Problemlösung liegt in einem friedlichen Miteinander der Völker, welches auf Dialog und den Ausgleich von Interessen ausgerichtet
ist.
Europa hat diesen Weg in den letzten 50 Jahren beschritten, auch als Konsequenz der Schrecken zweier Weltkriege, und eine weit reichende Zusammenarbeit auf
politischer, wirtschaftlicher, gesellschaftlicher und kultureller Ebene erreicht.
Diese Politik hat den Menschen in Europa einen bis dahin nie erreichten Wohlstand und ein Leben in Frieden seit mehreren Generationen beschert. Trotzdem erleben wir
eine zunehmende Abkehr vom europäischen Gedanken und wachsende Zustimmung für nationale und nationalistische Alleingänge.
Deshalb ist es jetzt an der Zeit, für die weitere Entwicklung der Zusammenarbeit in Europa einzutreten, denn nur so lassen sich Frieden, Freiheit und Wohlstand
dauerhaft bewahren.
Symbol für die Zusammenarbeit und Freizügigkeit in Europa ist der Wegfall der Schlagbäume an den Grenzen. Der Schlagbaum steht für das Trennende, die Abgrenzung.
Seine Aufhebung symbolisiert den Gedanken der Zusammengehörigkeit, die Betonung des Gemeinsamen.
Das Kunstprojekt Europa ohne Schlagbaum thematisiert diese Frage mit Bildern und Objekten, Ausstellungen, Performances und Musik. Mit Aktionen im öffentlichen Raum
und Diskussionen mit dem Publikum soll eine breite Wirkung erzielt werden.
Kunst hatte immer schon eine gesellschaftliche und politische Dimension. Setzen wir uns jetzt mit diesen Mitteln für die Zukunft unseres Europas ein!
Impresssionen
Projekt
Das Projekt „Europa ohne Schlagbaum“ geht auf eine Initiative von Alexander Schröder zurück. Realisiert wurde es in einer Zusammenarbeit von Künstlerbund
Schieferturm Kamen e. V. - hier insbesondere mit Peter Bucker und Petra Eckardt - und Städtischer Musikschule Kamen.
Nach einer offenen Ausschreibung beteiligten sich 12 Künstlerinnen und Künstler mit über 20 Werken sowie die Mitglieder des Künstlerbundes Schieferturm an dieser Ausstellung im Foyer der Kamener
Stadthalle.
Zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen und auf Anfrage erhältlich
Musik zur Eröffnung
Zur Eröffnung der Ausstellung spielte Alexander Schröder Six Préludes op. 6 für Klavier von Robert Muczynski.
Statements
Im Rahmen der Eröffnung am 14. Mai 2018 in der Kamener Stadthalle bezeichnete Bürgermeister Hermann Hupe die Ausstellung als einen „Akt der Kunst gegen verfehlte
politische Auffassungen“. Das Projekt sei eine Mahnung, dass das Europa ohne Schlagbäume durch aktuelle politische Ereignisse wie den aufkeimenden Populismus gefährdet sei.
Alexander Schröder ergänzte: „Man muss Flagge zeigen für Europa, wir dürfen den Rechtspopulisten nicht einfach das Feld überlassen.“