Biografie

Alexander Schröder, Pianist
Foto: Elli Bezensek

Alexander Schröder wurde 1959 in Bonn geboren und wuchs im Rheinland und in München auf. Aus seiner Familie kommen verschiedene bildende Künstler, was sein großes Interesse auch für diese Kunstrichtung erklärt. Seine musikalische Begabung zeigte sich früh, bereits im Alter von 5 Jahren erhielt er seinen ersten Klavierunterricht.
  
Alexander Schröder absolvierte seine pianistische Ausbildung an der Musikhochschule in München bei Prof. Rainer von Zastrow und Prof. Gerhard Oppitz. Es folgten Studien in Dirigieren, Musikpädagogik, Musikwissenschaften und Kunstgeschichte sowie diverse internationale Meisterkurse. In diesem Zusammenhang künstlerisch besonders prägend war ein Sommeraufenthalt im italienischen Bergamo bei dem polnischen Pianisten Marek Jablonski.

 

Von 1983-1990 führte er eine eigene Konzertreihe in einer Münchener Kunstgalerie.  Er machte Theatermusik für das Schwabinger Non-Profi(t)-Theater und war gefragter Begleiter bei Wettbewerben und Rundfunkaufnahmen mit verschiedenen Auszeichnungen und Preisen.

 

1990 verlagerte er seine Tätigkeit in das Ruhrgebiet als einem innovativen und künstlerisch aufgeschlossenen Lebensraum; dabei übernahm er auch die Leitung einer kommunalen Musikschule.

 

In seiner Konzerttätigkeit widmet sich Alexander Schröder Soloprogrammen und Kammermusik. Sein besonderes Interesse gilt der Musik des 20. Jahrhunderts und außergewöhnlichen Projekten jenseits der Konzertroutine.

 

1997 gründete er das "Westfälische Kammer Ensemble", einen projektbezogenen Zusammenschluß von Musikerinnen und Musikern aus Orchestern und Musikhochschulen der Region. Die Besetzung reichte von Duo bis Klavierquintett. Wegweisende Projekte waren unter anderem "Die Geschichte vom Soldaten" von Igor Strawinsky, das "Quatuor pour la fin du temps" von Olivier Messiaen mit einer Lichtinstallation im Konzert oder "Aus Böhmens Hain und Flur" mit Klavierquartetten von Zdeněk Fibich, Bohuslav Martinů und Antonín Dvořák. Das Ensemble wurde u.a. zum Festival MM::99 eingeladen und mehrfach durch das Kultursekretariat NRW Gütersloh gefördert.

 

Im Kulturprojekt "Kunst und Musik" 2007-09 trat Alexander Schröder als Solist hervor.  Bildende Künstler schufen in der künstlerischen Umsetzung verschiedener Klavierwerke  neue Aussagen. In diesem Zusammenhang entstand auch die CD mit der Einspielung der Préludes Band II von Claude Debussy. 

 

2011 produzierte Alexander Schröder mit dem Künstlerensemble "Das Gefolge des Orpheus" eine Hommage an den großen französischen Komponisten Francis Poulenc in einer Verbindung von Theaterszenen und Kammermusik.

 

Schwerpunkte in den folgenden Spielzeiten waren unter anderem das Trioprogramm "Wahlverwandtschaften" und das italienisch-deutsche Ensembleprojekt "Nostalgia d’Italia".

 

Die Spielzeit 2017/18 stand im Zeichen des Kunstprojektes "Europa ohne Schlagbaum", welches sich mit künstlerischen Mitteln für ein gemeinsames Europa einsetzt. Die Beteiligung am Beethovenjahr 2020 knüpfte an diese europäischen Ideale an.
 

In den folgenden Spielzeiten hatten zwei Soloprogramme Premiere. Den Anfang machten die "Zeitreisen" mit Werken von Domenico Scarlatti, Paul Hindemith und Harald Genzmer. Das nächste Programm kombinierte unter dem Titel "Aus den Salons von Paris" die Musik der französischen Komponistin Mel Bonis, einer außergewöhnlichen Frau und Musikerin aus dem Fin de Siècle, mit Werken von Frédéric Chopin.

Zu diesem Programm entstand 2024 auf Burg Vischering im Münsterland auch ein Musikvideo, welches auf dem eigenen YouTube Kanal zu sehen ist. Dort werden jetzt auch die Préludes II von Claude Debussy mit Illustrationen junger Künstlerinnen und Künstler sukzessive neu veröffentlicht.

In der Spielzeit 2024/25 erfährt auch das Spiel im KlavierDuo mit Ulrike Zeitler, der Schwester von Alexander Schröder, eine Neuaufnahme. Unter dem Titel "Das goldene Zeitalter" gelangen Originalwerke für Klavier zu vier Händen von Antonín Dvořák und Zdeněk Fibich zur Aufführung.

Die Pflege des Repertoires und die Realisierung neuer Produktionen sind für Alexander Schröder gleichermaßen Prozesse ständiger künstlerischer Erneuerung. In Vorbereitung ist das nächste Soloprogramm "Die Macht der Liebe" mit Werken von Ottorino Respighi, Giovanni Sgambati, Domenico Scarlatti und Harald Genzmer. Im Zentrum dieses Konzertes steht die wunderbare Bearbeitung eines Themas aus "Orpheus und Eurydike" von Christoph Willibald Gluck durch den italienischen Komponisten Giovanni Sgambati.

Text: Federico Renano